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Es wird spannend in Eisenstadt: Der Sportclub aus dem Burgenland kickt gegen die Spielvereinigung Rohrbach, österreichische Regionalliga Ost. Der Berliner Informatikstudent Markus Heinke* hat sich im Internet informiert, was die Teams taugen, und – ebenfalls im Netz – ein paar Euro auf die Eisenstädter gesetzt. Tatsächlich: Die Jungs aus Rohrbach kassieren vier Gegentore, Heinke rund zehn Euro. Prompt investiert der Hobbywetter noch etwas Geld in ein Radrennen mit toller Quote. „Das Kleingeld summiert sich“, berichtet der 23-Jährige, „in den vergangenen Monaten habe ich 2000 bis 3000 Euro mehr rausbekommen als ausgegeben.“ Internet Sportwetten

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Das Kribbeln beim Zocken treibt viele Spieler im großen Sportjahr 2004 ins Netz. „Nicht nur die Engländer, auch die Deutschen sind verrückt nach Internet Sportwetten“, konstatiert der Düsseldorfer Anwalt Michael Terhaag, der Wettanbieter rechtlich betreut und auf der Web-Seite aufrecht.de die Rechtslage rund um Lotto- und Glücksspiele analysiert. Die Verrücktesten setzen darauf, dass die Football-Truppe der Washington Redskins eher den Superbowl gewinnt, als ein Mensch den Mars betritt. Oder dass Michael Schumacher bereits nach der ersten Runde bei einem Formel-1-Rennen rausfliegt. Einige der Realität Entrückten hatten gar prophezeit, dass Griechenland Fußball-Europameister werde – und dank Otto Rehhagels Wunderdefensive bei einer Quote von 1:45 abgesahnt. „27 Milliarden Euro, das zeigen Studien, geben die Deutschen jedes Jahr für Glücksspiele aus“, weiß der Hamburger Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler Michael Adams, Autor zahlreicher Aufsätze über Glücksspiele.

Die Begeisterung der Tippabgeber geht an Oddset, dem Anbieter mit Lizenz vom Staat, zunehmend vorbei. Erreichte die offizielle Sportwette im Jahr 2002 noch 541 Millionen Euro Umsatz, waren es 2003 nur 463 Millionen. Private Konkurrenten wie CashPro oder Internet Sportwetten Gera, die noch über Behördenerlaubnisse aus der DDR verfügen, locken Surfer mit besseren Quoten, da die Firmen weniger Geld an den Fiskus überweisen müssen. „Wir können auf Grund unserer hohen Abgabenbelastungen, die ordnungsrechtlich begründet sind, mit den Quoten privater Sportwettenanbieter nicht mithalten“, klagt Erwin Horak, Präsident der staatlichen Lotterieverwaltung Bayern und Federführer für Oddset. „Wenn die Aufsichtsbehörden hier nicht konsequent einschreiten, müssten die Länderabgaben für Oddset drastisch gesenkt werden.“

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Insgesamt 4,695 Milliarden Euro, so bilanziert das Statistische Bundesamt, flossen im vergangenen Jahr durch den Spieltrieb der Deutschen an die Bundesländer. So manche Landesregierung malt sich schon mit Schrecken aus, wie weitere kommerzielle Anbieter die Steuereinnahmen schmelzen lassen. Deshalb soll der neue Staatsvertrag zum Lotteriewesen, frisch verabschiedet, das staatliche Monopol zementieren. Zusätzlich gehen Länder wie Bayern und Nordrhein-Westfalen seit einiger Zeit mit der Polizei und Gerichtsbeschlüssen gegen Private vor. Sie berufen sich auf Paragraf 284 des Strafgesetzbuchs, der Glücksspiele ohne amtliche Erlaubnis mit Gefängnisstrafen von bis zu mehreren Jahren bedroht.

Darüber, was illegal ist, scheiden sich allerdings die Geister. Die Lizenzen von CashPro, Internet Sportwetten Gera und dem Wettbüro Goldesel gelten lediglich für Sachsen, Thüringen und Berlin. Dennoch agieren die Firmen bundesweit. Oddset hält der unliebsamen Konkurrenz entgegen, nur ein staatliches, deutschlandweit tätiges Unternehmen könne die Zockerfreude der Deutschen unter Kontrolle halten. „Auf Grund unseres ordnungsrechtlichen Auftrags beschränken wir ein Ausufern der Wettlust beispielsweise durch einen Höchsteinsatz von 500 Euro pro Einzeltipp“, erläutert Horak.

So eindeutig sehen das einige Juristen nicht. Sowohl der Bundesgerichtshof als auch der Europäische Gerichtshof befassen sich mittlerweile in Urteilsbegründungen mit der Frage, ob die Oddset-Dominanz die im europäischen Recht verbriefte Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit verletzt. „Die Verbote widersprechen Artikel 49 des EG-Vertrags“, zürnt Antonia Sharpe, Sprecherin der britischen Wettbürokette Ladbrokes, die ihre Website in Deutschland aus Angst vor juristischen Konsequenzen geschlossen hat.

Elf private Anbieter – darunter CashPro und Interwetten – haben die European Betting Association (EBA) gegründet, um das Oddset-Monopol mit Hilfe des Europäischen Gerichtshofs zu knacken. Die EBA drängt auf ein Gutachten der Europäischen Kommission. „Das Argument der Suchteindämmung dient nur als Alibi“, wettert der Belgier und EBA-Geschäftsführer Didier Dewyn.

Die erwartete Privatisierung zieht schon heute Firmen wie Bluevex auf den deutschen Markt. Dazu nutzen sie einen Trick: Sie hängen sich einfach an die Lizenznehmer aus der ehemaligen DDR. So profitiert die Wettbörse Mybet unter der Marke Personal Exchange International Ltd. (PEI) nach eigenen Angaben von der Kooperation mit dem Berliner Bernd Hobiger, der im Jahr 1990 im Magistrat Mitte in Ostberlin für 50 Mark eine Wetterlaubnis ergatterte. Firmensitz von PEI ist Malta. Die Chefs dort äußern sich nicht, dafür der Berliner Rechtsanwalt Franz Brackel, offizieller Vertreter hierzulande. „Auf Malta fallen erheblich weniger Wettsteuern an als in Deutschland“, sagt der Jurist, „deshalb können wir im Schnitt um 20 Prozent bessere Quoten als Oddset bieten.“

Bei Sportwetten tätigt man einen bestimmten Einsatz auf den Ausgang eines Sportereignisses.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Wette abzuschließen.

Neben der Oddsetwette (In den Lotto-Toto-Läden) gibt es die Buchmacherläden, die es quasie in jeder mittelgroßen Stadt zu finden gibt, und die eigene und zumeist etwas höhere Quoten als Oddset anbieten. Daneben kann man seine Wetten natürlich auch im Internet platzieren, und hier im Internet findet sich auch das mit Abstand größte Angebot.

Neben den Buchmachern, die Im Internet vertreten sind, boomen die Wettbörsen (bettingexchanges) bei denen man nicht gegen den Buchmacher wettet, sondern gegen andere Wetter.

Denn hier in den Wettbörsen bestimmen die Wetter den Markt. Vereinfacht dargestellt sieht das dann folgendermaßen aus: Wetter A bietet Quote X und Wetter B schließt die Wette ab, oder Wetter B sucht Quote X und Wetter A hält diese Quote.

Nicht unerwähnt lassen kann man in diesem Zusammenhang die Namen BETFAIR und BETDAQ, da es sich hierbei um die 2 größten Wettbörsen handelt, bei denen man immer eine maximale Quote erhalten kann.

Die Börsen selbst leben von den Kommissionen, die auf den Gewinn erhoben werden (in der Regel 5 %).

In Europa besonders beliebt bei den Wettern ist natürlich der Fussball.

Deshalb ist das Angebot auf Wetten in dieser Sportart auch enorm groß.

Neben dem Ausgang eines Spiels nach dem Schema 1-0-2, gibt es weitere zahllose Möglichkeiten die es unter einem Einsatz- und Verlustrisiko und der Hoffnung auf einen entsprechenden Gewinn vorherzusagen gilt.

So muss bei der Torwette z.B. der genaue Ergebnisstand vorhergesagt werden (z.B. 2:1), was natürlich schwieriger ist und daher einen höheren Gewinn verspricht. Oder man Wettet darauf, welcher Spieler das erste Tor schießt, wer zur Halbzeit führt, wieviele Tore insgesamt während der 90 Minuten geschossen werden (over/under) usw usw.

Der Phantasie der Wettanbieter sind da kaum Grenzen gesetzt.

Es lässt sich im Internet quasi auf alles Wetten, was irgendwie möglich ist.

Immer wieder werden von den Wettanbietern interessante Wettbonus-Angebote offeriert, wie zum Beispiel der Unibet Bonus oder der Betfair Bonus.

Bei den Internetwetten werden jährlich Milliarden an EUR umgesetzt, weshalb diese dem deutschen Staat derzeit auch ein Dorn im Auge sind. Schließlich wird hierdurch die quotenmäßig schwache Oddsetwette verdrängt und da die Internet-Wettanbieter ihren Sitz zumeist im Ausland haben und entsprechend hier keine Steuern anfallen,macht man sich Gedanken darum, wie man seinen Teil am Großen Kuchen sichert. Deshalb bastelt der Staat derzeit auch daran, die Internetwette verbieten zu lassen.

Begründet wird dieses i.d.R. mit dem Suchpotential, das allerding von allen Glückspielen ausgeht.

Bleibt abzuwarten, was der Wettmarkt in Zukunft zu bieten hat.

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